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Wer seine Stimme abgibt, muss schweigen

September 27, 2010

Michael Kastner drückt es etwas rustikaler, wenn auch höchst zutreffend aus. Via paxx:

 

Wer an Wahlen teilnimmt sollte die Klappe halten

von Michael Kastner

Ich frage mich, wieviele von jenen, die gegen den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof, die Laufzeitverlängerung von AKWs oder auch gegen Hartz IV-Kürzungen demonstrieren, bei der letzten Bundes- oder wahlweise Landestagswahl ihre Stimme abgegeben haben.

Oder auch, wieviele von denen, die sich über zu hohe Steuern, oder das allzu komplizierte Steuerrecht, das Rauchverbot, die Regulierung der Wirtschaft, Bespitzelung durch die Polizei, den Bürokratiewahn und die Subventionen für irgendwelche „Zukunftstechnologien“ aufregen, zur Wahl gegangen sind.

Ihnen allen, die zur Wahl gegangen sind, muß mal klipp und klar gesagt werden: Ihr habt weder einen Grund, noch eine Rechtfertigung Euch zu beklagen. Ihr habt Euer Klagerecht bei der letzten Wahl in die Urne geworfen oder besser: in die Tonne getreten.

Das Prinzip einer Wahl besteht nicht darin, jederzeit mitentscheiden zu dürfen, sondern darin einmal in vier oder fünf Jahren einen Zettel abzugeben, der besagt, daß man während der kommenden vier oder fünf Jahre wie ein Vollidiot behandelt werden will.

Die Teilnahme an der Wahl kommt einer Einverständniserklärung gleich, sich von jenen, die aus dieser Wahl als Sieger hervorgehen, regieren zu lassen. Bedingungslos!

Das ist so. Und dann kann man, jedenfalls nicht, wenn man im Vollbesitz seines Verstandes ist, nicht wie die alte Fastnacht hintergekrochen kommen, und meinen: äääh, hallo, das habe ich aber so nicht gewollt.

Doch, lieber Wähler, genau das hast Du so gewollt. Du drückst nämlich genau das mit der Abgabe Deines Wahlzettels aus.

Ich will damit nicht sagen, daß das Fernbleiben bei der Wahl in der Praxis viel ändern würde. Aber es wäre in jedem Falle logisch stringenter, sich über politische Entwicklungen zu beklagen, wenn seine Freiheit nicht freiwillig per Stimmzettel abgibt, als sich über politische Entwicklungen zu beklagen, für die man vorher den Freibrief ausgefüllt hat.

Ich würde sogar so weit gehen, daß das Demonstrationsrecht für all jene verwirkt ist, die zur Wahl gegangen sind. Denn gegen was demonstrieren diese Leute denn wirklich? Gegen politische Entscheidungen, zu denen sie die Politiker mit der Abgabe ihres Stimmzettels befugt haben.

Das Demonstrieren sollte grundsätzlich nur jenen erlaubt sein, die nicht an Wahlen teilgenommen haben, und auch nicht die Politiker dazu ermächtigt haben, Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg zu treffen.

Aber das nur kurz, im Vorübergehen …

Ursprünglich erschienen auf Der-Markt.com