Das feministische Ultimatum

Aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ :

„Aber nicht alle amerikanischen Feministinnen sind mit Clinton einverstanden. So haben Anfang Februar hundert Feministinnen in New York eine Gruppe mit dem Namen Feminists for Peace gegründet. Zwar stimmen sie mit der Clinton-Kampagne in dem Punkt überein, dass sie den eklatanten und weitverbreiteten Sexismus in den amerikanischen Medien anprangern. Er kamin den vergangenen Monaten besonders deutlich in den scharfen Angriffen auf die Kanidatin zum Ausdruck. Trotzdem, für die Feminists for Peace ist der Kampf gegen Frauenfeindlichkeit nicht Anlass genug, Senatorin Clinton von New York aus zu unterstützen.

Zur Begründung steht in der Petition der Feminists for Peace: „Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass Krieg und Frieden genauso ,Frauenthemen‘ sind wie Gesundheit und das Streben nach gleichen Bildungs- und Berufschancen. Wir brauchen dringend einen Präsidentschaftskandidaten, der versteht, dass ,präventive‘ Angriffe auf andere Länder und das Verlassen auf militärische Stärke unsere nationale Sicherheit nicht verbessert, sondern verschlechtert haben.“ Für sie ist Clinton keine solche Kandidatin. Stattdessen wird sie als außenpolitischer und militärischer Falke kritisiert. Stetig wird darauf hingewiesen, dass Clinton nicht nur 2002 für den Irakkrieg gestimmt hat und gegen einen Änderungsantrag, der weitere diplomatische Schritte eingeleitet hätte. Darüber hinaus votierte sie im vergangenen Sommer auch für die bedingungslose Finanzierung des Irakkrieges.

Vom Clinton-Lager werden diese Frauen verhöhnt. Ihnen wird mangelnde Leidenschaft im Kampf um Gleichberechtigung vorgeworfen. Viele Anhängerinnen der Feminists for Peace empfinden diesen Vorwurf nicht nur als beleidigend, sondern auch als stark vereinfachend. In einem Webpost in der Huffington Post Anfang Februar argumentierten Eve Ensler, Dramatikern und Autorin der „Vagina Monologe“ und Kimberle Crenshaw, Jura-Professorin an der UCLA und an der Columbia University, gegen das, was sie als „feministisches Ultimatum“ bezeichnen. Sie empfinden dieses Ultimatum als ebenso schlimm wie Präsident George W. Bushs „mit uns oder gegen uns“-Taktik in dem sogenannten Krieg gegen den Terrorismus. Nur hieße es diesmal nicht „du bist entweder auf unserer oder auf der Seite der Terroristen“ sondern, „du bist entweder Feministin (und unterstützt Clinton) oder Du bist es nicht.“

Hillary’s moralischer Nötigung sollten die Frauen Amerikas selbstbewusst widerstehen!

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